Ausgabe 39/2026 · Stand: Mittwoch, 23. September 2026 Das Fachmagazin für KI-Transformation im Mittelstand
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Business-Case

Wartungsprognose: 280 Stillstandsstunden weniger, Amortisation nach rund 28 Monaten

Ein Anlagenbetreiber mit rund 1.500 Mitarbeitenden versorgt Industriekunden mit Energie und Medien. 40 kritische Aggregate — Pumpen, Verdichter, Lüftungsanlagen — fallen bisher ungeplant aus. Ein Prognosesystem wertet Sensordaten aus und meldet Anomalien, bevor ein Aggregat ausfällt. Die Instandhaltung plant dann den E

Veröffentlicht · Aktualisiert · 4 Min. Lesezeit
Zwei Beschäftigte begutachten ein Aluminiumgehäuse an einer Werkbank, dahinter eine Roboterzelle.
Zwei Augenpaare an einem Teil: die älteste Qualitätssicherung, die es gibt. Symbolbild, KI-generiert für KIONIER.
Steckbrief Wert
Branche Anlagenbetrieb (Energie- und Medienversorgung für Industriekunden)
Größe rund 1.500 Mitarbeitende
Use-Case Wartungsprognose (Predictive Maintenance) für 40 kritische Aggregate
Einmalkosten 88.000 €
Laufende Kosten (erwartet) 44.000 €/Jahr
Amortisation (erwartet) rund 28 Monate
Barwert 3 Jahre (erwartet) 18.541 €

Dieser Fall ist eine typisierte Modellrechnung nach der Methodik der KIONIER-Arbeitshilfe C. Er beschreibt kein reales Unternehmen. Alle Werte sind Startpunkte für Ihre eigene Rechnung im ROI-Rechner (/roi-rechner/), belastbar wird sie erst mit Ihrer eigenen Baseline.

Ausgangslage und Baseline

Ein Anlagenbetreiber mit rund 1.500 Mitarbeitenden versorgt Industriekunden mit Energie und Medien. 40 kritische Aggregate (Pumpen, Verdichter, Lüftungsanlagen) fallen bisher ungeplant aus. Ein Prognosesystem wertet Sensordaten aus und meldet Anomalien, bevor ein Aggregat ausfällt. Die Instandhaltung plant dann den Eingriff ins nächste Wartungsfenster.

Die Baseline stammt aus zwei Jahren Instandhaltungshistorie und wurde eingefroren.

Größe Wert Quelle
Ungeplante Stillstandsereignisse pro Jahr 46 Instandhaltungssystem, 24 Monate
Dauer je Ereignis rund 12 Stunden Instandhaltungssystem, Störmeldungen
Ausfallkosten je Stillstandsstunde 420 € Controlling (Pönalen, Ersatzversorgung, Mehrarbeit)
Feuerwehr-Einsatzstunden Instandhaltung pro Jahr 2.200 Zeiterfassung Instandhaltung
Vollkostensatz Instandhaltung 58 €/Stunde Controlling
Express-Zuschläge und Notdienste pro Jahr 21.000 € Kreditorenbuchhaltung

Der Pilot lief zwölf Monate auf acht Aggregaten. Hochgerechnet auf 40 Aggregate gelten rund 280 Stillstandsstunden pro Jahr als vermeidbar, etwa die Hälfte der bisherigen 552. Parallel wurde ein Wartungsvertrag neu verhandelt; der Zurechnungsanteil steht deshalb bei 75 Prozent erwartet.

Der Rechenweg

Qualität und Risiko: 280 vermiedene Stillstandsstunden × 420 € ergeben brutto 117.600 € pro Jahr. Die Umsetzungsquote steht erwartet bei 70 Prozent. Nicht jede Warnung trifft ein Wartungsfenster, und Fehlalarme kosten Eingriffe ohne Befund.

Kapazität: Planbare Eingriffe ersetzen die Hälfte der 2.200 Feuerwehr-Stunden, also 1.100 Stunden. Brutto: 1.100 × 58 € = 63.800 € pro Jahr, Umsetzungsquote 50 Prozent erwartet. Instandhalter bleiben im Schichtdienst gebunden; frei wird die Zeit nur bei echter Einsatzplanung.

Kosten: Express-Zuschläge für Ersatzteile und externe Notdienste sinken um 14.000 € pro Jahr. Der Betrag ist kassenwirksam belegt und voll anrechenbar.

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"laufend": {"vorsichtig": 52000, "erwartet": 44000, "optimistisch": 38000},
"anlauffaktor": 60,
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"ergebnis": {
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"optimistisch": {"nutzen": 136927, "nFull": 98927, "amortMonate": 11, "npv": 166944}
}
}

Im erwarteten Fall beträgt der anrechenbare Nutzen 99.665 € pro Jahr. Die Einmalkosten von 88.000 € decken die Sensorik-Nachrüstung von 40 Aggregaten, die Datenanbindung und den Modellaufbau. Die laufenden Kosten von 44.000 € umfassen Plattform, Modellpflege und die Prüfung der Alarmgüte. Es bleiben 55.665 € Nettonutzen pro Jahr ab dem zweiten Jahr. Das erste Jahr bringt mit Anlauffaktor 60 Prozent 15.799 €. Amortisation nach rund 28 Monaten. Der Barwert über drei Jahre liegt bei 18.541 € bei 8 Prozent Abzinsung.

Die drei Szenarien

Kennzahl vorsichtig erwartet optimistisch
Anrechenbarer Nutzen pro Jahr 60.764 € 99.665 € 136.927 €
Nettonutzen voll (Jahr 2 und 3) 8.764 € 55.665 € 98.927 €
Amortisation nicht in 3 Jahren rund 28 Monate rund 11 Monate
Barwert über 3 Jahre (8 %) -87.920 € 18.541 € 166.944 €

Kipp-Punkt

Die kritischste Annahme ist der Zurechnungsanteil. Der erwartete Fall kippt unter rund 68 Prozent; angesetzt sind 75, der Abstand beträgt rund 10 Prozent. Die Umsetzungsquote der Stillstandsvermeidung kippt unter rund 60 Prozent, angesetzt sind 70. Die laufenden Kosten dürfen höchstens auf rund 51.195 €/Jahr steigen.

Nachmessen muss das der Leiter Instandhaltung. Der Weg: Jedes vermiedene Ereignis wird im Instandhaltungssystem dokumentiert, Warnung, geplanter Eingriff, Befund. Nur Ereignisse mit bestätigtem Befund zählen in die Wirkungsrechnung. Der neu verhandelte Wartungsvertrag wird als eigener Effekt getrennt ausgewiesen.

Lesart für das Gremium

Der erwartete Fall trägt, aber mit knapp 28 Monaten Amortisation erst spürbar im dritten Jahr. Der vorsichtige Fall ist deutlich negativ; er tritt ein, wenn Fehlalarme die Umsetzungsquote drücken und der Vertragseffekt fälschlich der KI zugerechnet wird. Das Vorhaben ist deshalb ein Geduldsfall mit klarer Messpflicht, kein Schnellgewinn. Die eine Steuerungsaufgabe: die Befund-Dokumentation je Warnung von Tag eins an erzwingen, sonst ist der Nutzen in zwölf Monaten nicht belegbar. Empfehlung: freigeben mit Quartals-Review der Alarmgüte.

Übertragbarkeit

  • Ihre Stillstandshistorie umfasst mindestens 24 Monate mit Dauer und Ursache je Ereignis.
  • Ihre Ausfallkosten je Stunde sind vom Controlling hergeleitet, inklusive Pönalen und Ersatzversorgung.
  • Ihre Aggregate liefern verwertbare Sensordaten oder die Nachrüstkosten stehen im Angebot.
  • Die Instandhaltung hat freie Wartungsfenster; ohne Planbarkeit verpufft die Prognose.
  • Fehlalarm-Kosten sind in der Umsetzungsquote berücksichtigt, nicht ignoriert.
  • Parallel laufende Vertrags- oder Prozessänderungen sind im Zurechnungsanteil abgebildet.
  • Ersetzen Sie Ereigniszahl, Ausfallkostensatz und Umsetzungsquote zuerst durch eigene Werte im ROI-Rechner (/roi-rechner/).

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