Beweislast bei einer Person: Das Lagebild der KI-Verantwortlichen im Mittelstand
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Jetzt lesenIm modellierten Querschnitt sind 59 % der Unternehmen aktiv, produktiv oder im Pilot. Das Größengefälle ist der stabilste Befund der Studienlage: Destatis meldet für 2024 einen Anstieg von 17 % (10–49 MA) auf 48 % (ab 250 MA). Das hier abgebildete Segment liegt oberhalb des KfW-Mittelstandswerts von 20 %, weil dieser a
| Steckbrief | Angabe |
|---|---|
| Zielgruppe | Deutscher Mittelstand, Querschnitt über Funktionen (GF, CIO/IT, Fachbereiche) |
| n | 250 Unternehmen (modelliert) |
| Unternehmensgröße | 250 bis 2.000 Mitarbeitende, drei Größenklassen |
| Segmentgrößen | 120 Unternehmen mit 250 bis 500 MA, 80 mit 500 bis 1.000 MA, 50 mit 1.000 bis 2.000 MA |
| Branchenmix | Verarbeitendes Gewerbe/Maschinenbau 34 %, Handel/Logistik 18 %, IT/Dienstleistungen 12 %, Bau/Energie/Versorger 12 %, Finanz/Versicherung 10 %, Gesundheit/Medizintechnik 8 %, Sonstige 6 % |
| Fragen | 30 (davon 5 mit Mehrfachnennung, 10 mit Größenklassen-Split) |
| Erhebungslogik | Redaktionell modellierte Verteilungen, kalibriert an publizierten Primärstudien (Kalibrierungs-Anhang am Ende) |
| Stand | Juli 2026 |
Dieses Lagebild ist eine redaktionell modellierte Erhebung: Die
Verteilungen sind keine eigene Feldarbeit, sondern an publizierten
Primärstudien kalibrierte, typisierte Ergebnisbilder (Kalibrierungs-
Anhang und Quellen am Ende). Sie zeigen, was eine solche Befragung
nach heutiger Studienlage plausibel ergäbe.
KI ist im Mittelstand angekommen, aber ungleich verteilt. Im modellierten Querschnitt nutzen oder pilotieren 59 % der Unternehmen KI. Das Gefälle nach Größe ist deutlich: 51 % bei 250 bis 500 Mitarbeitenden, 74 % bei 1.000 bis 2.000. Der Befund folgt der Größenlogik von Bitkom 2025 und Destatis 2024.
Die Strategielücke bleibt der Normalfall. Nur 27 % der Unternehmen haben eine dokumentierte KI-Strategie, 42 % haben keine. Bei den kleinsten Mittelständlern des Segments hat jedes zweite Unternehmen keine Strategie. Das deckt sich mit KfW Research 2026 und dem DMB/Salesforce-KI-Index.
Es wird ausprobiert, aber kaum gemessen. Nur 14 % der KI-aktiven Unternehmen belegen einen Ergebnisbeitrag mit Zahlen. 48 % haben vor dem Pilotstart keine Baseline erhoben. Das modellierte Bild entspricht dem MIT-NANDA-Befund 2025: Wirkung bleibt meist unmessbar, weil die Messinfrastruktur fehlt.
Mehr als jeder dritte Pilot wird beerdigt. 38 % der Unternehmen mit Pilot-Erfahrung haben mindestens einen KI-Piloten abgebrochen. Häufigste Enttäuschungen sind höherer Aufwand als erwartet und schwankende Ergebnisqualität. Der Korridor entspricht Gartner 2024 und S&P Global 2025.
Schatten-KI ist Alltag, Regeln sind es nicht. 73 % der Unternehmen beobachten private KI-Tools ohne Freigabe, aber nur 28 % haben eine verbindliche Richtlinie. Die Lücke zwischen Nutzung und Governance folgt dem Work Trend Index 2024 (78 % BYOAI).
Der AI Act trifft auf einen unvorbereiteten Mittelstand. 47 % kennen die Fristen der Verordnung kaum oder gar nicht, 62 % führen kein KI-Inventar. Schulungen zur KI-Kompetenz nach Artikel 4 haben erst 22 % durchgeführt. Die Vorbereitung wächst mit der Unternehmensgröße.
Trotz Ernüchterung fließt mehr Geld. 42 % der Unternehmen wollen ihr KI-Budget in den nächsten zwölf Monaten erhöhen, nur 7 % kürzen. Die Investitionsabsicht liegt damit über dem Bitkom-Wert von 2025 (29 %) und nahe der DMB-Ausbauquote von 37 %.
| Nr. | Antwortoption | Gesamt | 250 bis 500 MA | 500 bis 1.000 MA | 1.000 bis 2.000 MA |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Produktiv im Einsatz | 26 % | 20 % | 28 % | 39 % |
| 2 | In Pilot- oder Testphase | 33 % | 31 % | 34 % | 35 % |
| 3 | Konkret geplant (nächste 12 Monate) | 23 % | 26 % | 23 % | 16 % |
| 4 | Keine KI-Aktivitäten | 18 % | 23 % | 15 % | 10 % |
Im modellierten Querschnitt sind 59 % der Unternehmen aktiv, produktiv oder im Pilot. Das Größengefälle ist der stabilste Befund der Studienlage: Destatis meldet für 2024 einen Anstieg von 17 % (10 bis 49 MA) auf 48 % (ab 250 MA). Das hier abgebildete Segment liegt oberhalb des KfW-Mittelstandswerts von 20 %, weil dieser auch Kleinstunternehmen enthält.
Basis: 147 Unternehmen mit Nutzung oder Pilot.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Vor 2023 | 12 % |
| 2 | 2023 | 17 % |
| 3 | 2024 | 29 % |
| 4 | 2025 | 31 % |
| 5 | 2026 | 11 % |
60 % der aktiven Unternehmen sind erst 2024 oder 2025 eingestiegen. Das passt zur Bitkom-Zeitreihe, in der sich die Nutzungsquote von 2024 auf 2025 fast verdoppelt hat. Der Mittelstand ist damit mehrheitlich in einer frühen Lernphase, nicht im Routinebetrieb.
| Nr. | Antwortoption | Gesamt | 250 bis 500 MA | 500 bis 1.000 MA | 1.000 bis 2.000 MA |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Ja, dokumentiert und beschlossen | 27 % | 21 % | 31 % | 36 % |
| 2 | In Arbeit | 31 % | 29 % | 33 % | 33 % |
| 3 | Keine KI-Strategie | 42 % | 50 % | 36 % | 31 % |
Die dokumentierte Strategie bleibt Minderheitsprogramm. Der Wert liegt bewusst unter der KPMG-Quote von 69 %, die vor allem Großunternehmen abbildet, und nahe am KfW-Referenzkorridor: 35 % der Mittelständler haben überhaupt eine Digitalisierungsstrategie. Der DMB/Salesforce-Index nennt 43 % ohne konkrete KI-Pläne.
Basis: 145 Unternehmen mit dokumentierter oder in Arbeit befindlicher Strategie.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | CIO oder IT-Leitung | 37 % |
| 2 | Geschäftsführung direkt | 34 % |
| 3 | Eigene KI- oder Digitalrolle | 14 % |
| 4 | Ein Fachbereich | 9 % |
| 5 | Externe Begleitung | 6 % |
Strategie bleibt Chefsache oder IT-Sache, selten eine eigene Funktion. Das erklärt einen Teil der Messlücke: Wo Strategie in der IT liegt, dominieren Technikfragen die Zieldefinition. Eine dedizierte Rolle ist erst ab etwa 1.000 Mitarbeitenden verbreitet (siehe Frage 5).
| Nr. | Antwortoption | Gesamt | 250 bis 500 MA | 500 bis 1.000 MA | 1.000 bis 2.000 MA |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Ja, als Vollzeitrolle | 9 % | 5 % | 11 % | 16 % |
| 2 | Ja, als Teil- oder Doppelrolle | 28 % | 24 % | 31 % | 33 % |
| 3 | Nein | 63 % | 71 % | 58 % | 51 % |
Fast zwei Drittel des Segments haben niemanden, der KI hauptverantwortlich führt. In der kleinsten Größenklasse sind es 71 %. McKinsey 2025 zeigt den Zusammenhang: Unternehmen mit klarer Governance-Verankerung erzielen deutlich häufiger messbare Ergebniswirkung.
Basis: 147 Unternehmen mit Nutzung oder Pilot.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Büro- und Textassistenz | 68 % |
| 2 | Dokumentenverarbeitung | 44 % |
| 3 | Marketing und Kommunikation | 38 % |
| 4 | Kundenservice | 31 % |
| 5 | Softwareentwicklung | 26 % |
| 6 | Produktion und Qualitätssicherung | 22 % |
| 7 | Prognosen und Planung | 19 % |
Assistenz- und Dokumenten-Anwendungen dominieren, wertschöpfungsnahe Felder wie Produktion und Prognosen folgen mit Abstand. Das entspricht der MIT-NANDA-Diagnose: Investiert wird sichtbar im Front-Office, die höchsten Renditen liegen oft in Back-Office- und Prozessautomatisierung. Bitkom nennt Textarbeit und Routineautomatisierung als häufigste Einsatzbereiche.
Basis: 147 Unternehmen mit Nutzung oder Pilot.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Keine | 39 % |
| 2 | Eine | 27 % |
| 3 | Zwei bis drei | 23 % |
| 4 | Mehr als drei | 11 % |
Vier von zehn KI-aktiven Unternehmen haben noch nichts in den Regelbetrieb gebracht. Das modellierte Bild folgt der Pilot-zu-Produktion-Lücke aus MIT NANDA 2025: Nur ein kleiner Teil der Enterprise-Anwendungen erreicht Produktion. Breite entsteht bisher fast nur bei Assistenz-Tools.
Basis: 147 Unternehmen mit Nutzung oder Pilot.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Ja, mit Zahlen belegt | 14 % |
| 2 | Wirkung wahrgenommen, aber nicht gemessen | 41 % |
| 3 | Nein, kein erkennbarer Beitrag | 32 % |
| 4 | Zu früh für eine Aussage | 13 % |
Der belegte Nutzen ist die Ausnahme, die gefühlte Wirkung der Regelfall. Der Wert von 14 % liegt im Korridor von MIT NANDA 2025 (95 % ohne messbaren P&L-Effekt auf Projektebene) und McKinsey 2025 (39 % berichten überhaupt EBIT-Wirkung, meist unter 5 %). Ohne Baseline bleibt Wirkung unsichtbar, auch wo sie existiert.
Basis: 205 Unternehmen mit Nutzung, Pilot oder konkreter Planung.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Kein eigenes KI-Budget | 24 % |
| 2 | Unter 50.000 Euro | 26 % |
| 3 | 50.000 bis 200.000 Euro | 28 % |
| 4 | 200.000 bis 500.000 Euro | 14 % |
| 5 | Über 500.000 Euro | 8 % |
Die Hälfte der aktiven Unternehmen arbeitet ohne oder mit einem Budget unter 50.000 Euro. KI läuft dort als Nebenposten der IT oder aus Fachbereichsmitteln. Sechsstellige Budgets konzentrieren sich in der oberen Größenklasse und bei Unternehmen mit dokumentierter Strategie.
Basis: 156 Unternehmen mit ausgewiesenem KI-Budget.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Unter zwei Prozent | 31 % |
| 2 | Zwei bis fünf Prozent | 34 % |
| 3 | Fünf bis zehn Prozent | 19 % |
| 4 | Über zehn Prozent | 7 % |
| 5 | Nicht zuordenbar | 9 % |
Bei zwei Dritteln bleibt KI unter fünf Prozent des IT-Budgets, ein Experimentier-, kein Transformationsbudget. Die kleine Gruppe über zehn Prozent deckt sich mit dem McKinsey-Muster der High Performer, die KI als Umbauprogramm statt als Toolkauf budgetieren.
| Nr. | Antwortoption | Gesamt | 250 bis 500 MA | 500 bis 1.000 MA | 1.000 bis 2.000 MA |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Deutlich erhöhen | 10 % | 8 % | 11 % | 14 % |
| 2 | Leicht erhöhen | 32 % | 28 % | 35 % | 38 % |
| 3 | Konstant halten | 41 % | 45 % | 39 % | 35 % |
| 4 | Senken | 7 % | 8 % | 6 % | 5 % |
| 5 | Noch unklar | 10 % | 11 % | 9 % | 8 % |
42 % wollen erhöhen, nur 7 % kürzen. Die Richtung ist konsistent mit Bitkom 2025 (29 % planen höhere Investitionen) und dem DMB-Index 2026 (37 % planen Ausbau oder Einstieg). Ernüchterung über einzelne Piloten führt bisher nicht zum Rückzug aus der Technologie.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Datenqualität und Datenverfügbarkeit | 54 % |
| 2 | Fehlende Fachkräfte und fehlendes Know-how | 51 % |
| 3 | Rechtsunsicherheit | 47 % |
| 4 | Unklarer Nutzen und Kosten | 42 % |
| 5 | Fehlende Zeit im Tagesgeschäft | 38 % |
| 6 | Datenschutz- und Sicherheitsbedenken | 33 % |
Daten, Personal und Recht bilden das Hindernis-Trio, das sich durch alle Realstudien zieht. Bitkom 2025 nennt Rechtsunsicherheit, fehlendes technisches Know-how und fehlende personelle Ressourcen als größte Hemmnisse; der DMB-Index setzt fehlendes Anwendungswissen an die Spitze.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Datenqualität und Datenverfügbarkeit | 22 % |
| 2 | Fehlende Fachkräfte und fehlendes Know-how | 21 % |
| 3 | Rechtsunsicherheit | 18 % |
| 4 | Unklarer Nutzen und Kosten | 17 % |
| 5 | Fehlende Zeit im Tagesgeschäft | 13 % |
| 6 | Sonstiges | 9 % |
Gezwungen zur Priorisierung, nennen die Unternehmen kein dominantes Einzelproblem, sondern ein enges Feld aus vier Themen. Für die Führung heißt das: Es gibt keinen einzelnen Hebel. Daten, Kompetenzaufbau und Rechtsklärung müssen parallel bearbeitet werden.
Basis: 147 Unternehmen mit Nutzung oder Pilot.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Ja, dokumentiert | 18 % |
| 2 | Teilweise, für einzelne Projekte | 34 % |
| 3 | Nein | 48 % |
Fast die Hälfte startet ohne Messpunkt. Genau hier entsteht der spätere Streit um den Nutzen: Ohne Baseline ist „kein messbarer Effekt“ der Standardbefund, unabhängig von der tatsächlichen Wirkung. MIT NANDA 2025 beschreibt diese Messlücke als Kernursache des 95-Prozent-Befunds.
Basis: 65 Unternehmen mit produktivem KI-Einsatz.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Ja, liegt vor | 17 % |
| 2 | In Arbeit | 33 % |
| 3 | Nein | 50 % |
Selbst unter den produktiven Nutzern hat nur jeder Sechste einen belastbaren Nachweis. Die Hälfte betreibt KI im Regelbetrieb, ohne die Wirtschaftlichkeit belegen zu können. Das ist weniger ein Technik- als ein Controlling-Versäumnis.
Basis: 65 Unternehmen mit produktivem KI-Einsatz.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Zeitersparnis | 61 % |
| 2 | Nutzungsquote der Beschäftigten | 42 % |
| 3 | Kostensenkung | 38 % |
| 4 | Qualität und Fehlerquote | 33 % |
| 5 | Keine definierten Kennzahlen | 27 % |
| 6 | Umsatzeffekte | 14 % |
Gemessen wird vor allem Zeit, also die weichste der harten Kennzahlen. Umsatz- und Ergebniswirkung erfasst kaum jemand. Mehr als ein Viertel der produktiven Nutzer misst gar nicht systematisch. Das erklärt, warum die EBIT-Wirkung in Studien wie McKinsey 2025 so selten nachweisbar ist.
Basis: 147 Unternehmen mit Nutzung oder Pilot.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Ja, mindestens einen | 38 % |
| 2 | Nein, bisher keinen | 51 % |
| 3 | Zu früh für eine Aussage | 11 % |
Der Abbruch ist kein Randphänomen, sondern Teil des Normalbetriebs. Der modellierte Wert liegt im Korridor zwischen der Gartner-Prognose 2024 (mindestens 30 % der GenAI-Projekte nach Proof of Concept beendet) und S&P Global 2025 (42 % gaben die meisten KI-Initiativen auf). Ein sauber begründeter Abbruch ist dabei besser als ein Zombie-Pilot.
| Nr. | Antwortoption | Gesamt | 250 bis 500 MA | 500 bis 1.000 MA | 1.000 bis 2.000 MA |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Ja, vollständig | 11 % | 7 % | 13 % | 17 % |
| 2 | Teilweise | 27 % | 22 % | 30 % | 34 % |
| 3 | Nein | 62 % | 71 % | 57 % | 49 % |
Ohne Inventar ist weder AI-Act-Compliance noch Schatten-KI-Kontrolle möglich. 62 % wissen nicht systematisch, welche KI-Systeme bei ihnen laufen. Das Inventar ist der billigste erste Governance-Schritt und zugleich der am häufigsten übersprungene.
| Nr. | Antwortoption | Gesamt | 250 bis 500 MA | 500 bis 1.000 MA | 1.000 bis 2.000 MA |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Ja, durchgeführt | 22 % | 17 % | 25 % | 29 % |
| 2 | Geplant | 31 % | 28 % | 34 % | 35 % |
| 3 | Weder durchgeführt noch geplant | 47 % | 55 % | 41 % | 36 % |
Die Pflicht zur KI-Kompetenz gilt seit Februar 2025, fast die Hälfte des Segments hat dazu weder etwas getan noch etwas geplant. Die Größenklassen-Schere zeigt: Wo dedizierte Rollen fehlen (Frage 5), bleibt auch die Schulungspflicht unbearbeitet. Diese Einordnung ist eine Orientierung, keine Rechtsberatung.
| Nr. | Antwortoption | Gesamt | 250 bis 500 MA | 500 bis 1.000 MA | 1.000 bis 2.000 MA |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Im Detail bekannt | 14 % | 10 % | 16 % | 21 % |
| 2 | Grob bekannt | 39 % | 35 % | 42 % | 44 % |
| 3 | Kaum oder gar nicht bekannt | 47 % | 55 % | 42 % | 35 % |
Fast die Hälfte kennt die Fristenlage kaum, obwohl der Digital Omnibus die Hochrisiko-Termine gerade neu geordnet hat (Anhang III auf Dezember 2027, Anhang I auf August 2028, Amtsblatt ausstehend). Wer die Fristen nicht kennt, kann auch keinen Umsetzungsplan haben. Rechtsunsicherheit (Frage 12) ist damit teilweise selbst verschuldete Informationslücke.
Basis: 196 Unternehmen mit Betriebsrat.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Früh, vor der Tool-Auswahl | 24 % |
| 2 | Nachträglich, nach der Entscheidung | 33 % |
| 3 | Gar nicht | 29 % |
| 4 | KI war dort bisher kein Thema | 14 % |
Nur ein Viertel bindet die Mitbestimmung früh ein, obwohl KI-Systeme regelmäßig mitbestimmungspflichtige Tatbestände berühren. Die nachträgliche Einbindung ist die häufigste und zugleich konfliktträchtigste Variante: Sie verzögert Rollouts, nachdem Budget und Vertrag bereits gebunden sind.
| Nr. | Antwortoption | Gesamt | 250 bis 500 MA | 500 bis 1.000 MA | 1.000 bis 2.000 MA |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Ja, häufig | 34 % | 30 % | 36 % | 40 % |
| 2 | Ja, vereinzelt | 39 % | 38 % | 41 % | 39 % |
| 3 | Nein | 12 % | 14 % | 11 % | 10 % |
| 4 | Keine Erkenntnisse dazu | 15 % | 18 % | 12 % | 11 % |
73 % beobachten Schatten-KI, und die Dunkelziffer dürfte höher liegen, wo „keine Erkenntnisse“ angekreuzt wird. Der Work Trend Index 2024 liefert den Anker: 78 % der KI-Nutzenden bringen eigene Tools mit zur Arbeit. Schatten-KI ist damit kein Compliance-Randthema, sondern der faktische Adoptionspfad.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Verbindliche Richtlinie vorhanden | 28 % |
| 2 | Richtlinie in Arbeit | 33 % |
| 3 | Keine Regelung | 39 % |
Zwischen beobachteter Nutzung (73 %) und verbindlicher Regelung (28 %) klafft die eigentliche Governance-Lücke des Lagebilds. Vier von zehn Unternehmen haben gar keine Regelung. Ein Verbot ohne freigegebene Alternative verschiebt die Nutzung erfahrungsgemäß nur weiter ins Private.
Basis: 205 Unternehmen mit Nutzung, Pilot oder konkreter Planung.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | IT-Dienstleister oder Systemhaus | 47 % |
| 2 | Software-Anbieter direkt | 41 % |
| 3 | Unternehmensberatung | 34 % |
| 4 | Verband, Kammer oder Netzwerk | 19 % |
| 5 | Hochschule oder Forschungseinrichtung | 12 % |
| 6 | Keine externe Unterstützung | 21 % |
Der Mittelstand kauft KI-Kompetenz vor allem über bestehende IT-Lieferbeziehungen ein. Das ist pragmatisch, birgt aber ein strukturelles Risiko: Der Verkäufer des Tools bewertet dann auch dessen Nutzen. MIT NANDA 2025 zeigt zugleich, dass extern eingekaufte Lösungen häufiger produktiv werden als Eigenbauten.
Basis: 147 Unternehmen mit Nutzung oder Pilot.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Sehr zufrieden | 9 % |
| 2 | Eher zufrieden | 44 % |
| 3 | Eher enttäuscht | 31 % |
| 4 | Sehr enttäuscht | 7 % |
| 5 | Zu früh für eine Bewertung | 9 % |
Die Stimmung ist verhalten positiv, aber mehr als jeder Dritte ist enttäuscht. Das modellierte Bild spiegelt die dokumentierte Kluft zwischen Erwartung und Messbarkeit: Zufriedenheit speist sich aus wahrgenommener Zeitersparnis, Enttäuschung aus fehlendem belegbarem Ergebnisbeitrag (Fragen 8 und 16).
Basis: 147 Unternehmen mit Nutzung oder Pilot.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Mehr Aufwand als erwartet | 27 % |
| 2 | Schwankende Ergebnisqualität | 24 % |
| 3 | Nutzen nicht messbar | 21 % |
| 4 | Geringe Nutzung durch Beschäftigte | 16 % |
| 5 | Höhere Kosten als geplant | 12 % |
Die Enttäuschungen sind operativ, nicht technologisch: Aufwand, Qualitätsschwankung und Messbarkeit. Gartner nennt genau diese Treiber (Datenqualität, Kosten, unklarer Geschäftswert) als Abbruchgründe. Wer nur das Tool budgetiert, aber nicht die Einführung, findet sich in der oberen Zeile wieder.
| Nr. | Antwortoption | Gesamt | 250 bis 500 MA | 500 bis 1.000 MA | 1.000 bis 2.000 MA |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Wettbewerber sind weiter | 29 % | 31 % | 28 % | 25 % |
| 2 | Etwa gleichauf | 41 % | 38 % | 44 % | 44 % |
| 3 | Wir sind weiter | 13 % | 9 % | 15 % | 19 % |
| 4 | Keine Einschätzung möglich | 17 % | 22 % | 13 % | 12 % |
Nur 13 % sehen sich vorn, während 29 % einen Rückstand wahrnehmen. Auffällig ist die Unsicherheit: Fast jedes fünfte Unternehmen kann die eigene Position gar nicht einschätzen. Wettbewerbsdruck ist damit eher diffuses Gefühl als informierte Analyse.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Sehr wichtig | 52 % |
| 2 | Eher wichtig | 31 % |
| 3 | Weniger wichtig | 11 % |
| 4 | Unwichtig | 6 % |
83 % gewichten europäisches Hosting hoch. Der Befund ist konsistent mit Bitkom 2025: 93 % der Unternehmen bevorzugen KI aus Deutschland. Souveränität ist im Mittelstand ein Beschaffungskriterium geworden, nicht nur ein politisches Schlagwort.
| Nr. | Antwortoption | Gesamt | 250 bis 500 MA | 500 bis 1.000 MA | 1.000 bis 2.000 MA |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Ja, im produktiven Einsatz | 7 % | 4 % | 8 % | 12 % |
| 2 | Ja, im Test | 15 % | 12 % | 17 % | 19 % |
| 3 | Beobachten das Thema | 46 % | 45 % | 48 % | 45 % |
| 4 | Bisher kein Thema | 32 % | 39 % | 27 % | 24 % |
22 % arbeiten bereits mit Agenten oder testen sie, der DMB-Index 2026 meldet für kleinere Mittelständler 16,6 %. Die Beobachter-Gruppe von 46 % zeigt: Das Thema ist präsent, aber die Mehrheit wartet auf belastbare Referenzmuster, bevor autonome Systeme Prozesse übernehmen.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Ausweitung bestehender Anwendungen | 43 % |
| 2 | Schulungen und Kompetenzaufbau | 39 % |
| 3 | Governance und AI-Act-Vorbereitung | 34 % |
| 4 | Verbesserung der Datenbasis | 31 % |
| 5 | Erste Piloten starten | 29 % |
| 6 | Keine KI-Aktivitäten geplant | 16 % |
Der Ausblick ist expansiv, aber geordneter als 2024: Ausweitung, Kompetenz und Governance stehen vor neuen Experimenten. Das passt zur Budgeterwartung (Frage 11) und zur Reifephase des Segments. Nur 16 % planen gar nichts, fast deckungsgleich mit der inaktiven Gruppe aus Frage 1.
Alle zentralen Werte dieses modellierten Lagebilds sind an publizierte Primärstudien angelehnt. Perspektiv-Differenzen zu den Teil-Lagebildern 1 bis 3 (Head of AI, Geschäftsführung, CIO/IT) sind erwartbar und dokumentiert: Geschäftsführungen bewerten Fortschritt und Governance regelmäßig optimistischer als IT-Verantwortliche (Work Trend Index 2024). Der Querschnitt liegt dazwischen.
| Kernwert (modelliert) | Stützende Realstudie |
|---|---|
| Nutzung oder Pilot 59 % im Segment 250 bis 2.000 MA | Bitkom 2025: 36 % ab 20 MA mit Anstieg auf 43 % ab 500 MA; Destatis/Eurostat 2024: 48 % ab 250 MA; DMB/Salesforce 2026: 51,2 % nutzen oder testen (bis 500 MA) |
| Größenklassen-Gefälle 51 % → 62 % → 74 % | Destatis 2024: 17 % (10 bis 49 MA), 28 % (50 bis 249 MA), 48 % (ab 250 MA); KfW Research 2026: 20 % Mittelstand gesamt, 36 % ab 50 MA |
| Dokumentierte KI-Strategie 27 % | KfW Research 2026: 35 % mit Digitalisierungsstrategie als Obergrenze; DMB/Salesforce 2025: 43 % ohne konkrete KI-Pläne; KPMG 2025: 69 % mit Strategie (Großunternehmen, obere Referenz) |
| Belegter Ergebnisbeitrag 14 % der Aktiven | MIT NANDA 2025: 95 % der GenAI-Piloten ohne messbaren P&L-Effekt; McKinsey 2025: 39 % berichten EBIT-Wirkung, meist unter 5 %, nur 21 % mit Workflow-Redesign |
| Pilot-Abbruchquote 38 % | Gartner 2024: mindestens 30 % der GenAI-Projekte nach Proof of Concept beendet; S&P Global 2025: 42 % gaben die meisten KI-Initiativen auf |
| Schatten-KI 73 % beobachtet | Microsoft/LinkedIn Work Trend Index 2024: 78 % BYOAI, 80 % in kleineren Unternehmen |
| Budgeterhöhung 42 % | Bitkom 2025: 29 % planen höhere KI-Investitionen; DMB/Salesforce 2026: 37 % planen Ausbau oder Einstieg |
| KI-Agenten 22 % (Einsatz oder Test) | DMB/Salesforce 2026: 16,6 % nutzen oder testen KI-Agenten (bis 500 MA); Aufschlag für größere Unternehmen konsistent zum Größengefälle |
| EU-Hosting 83 % wichtig | Bitkom 2025: 93 % der Unternehmen bevorzugen KI aus Deutschland |
| Einstiegsjahre 2024/2025 dominieren | Bitkom-Zeitreihe: Verdopplung der Nutzung von 20 % (2024) auf 36 % (2025); Deloitte German Cut 2024: hohe GenAI-Verfügbarkeit in Deutschland |
Konsistenzregeln des Modells: Single-Choice-Verteilungen summieren auf 100 %. Größenklassen-Splits sind mit den Segmentgewichten 120/80/50 (48/32/20 %) auf den Gesamtwert rückgerechnet. Teilbasen sind aus Frage 1 abgeleitet: 147 Aktive (59 %), 205 mit Aktivitäten oder Planung (82 %), 65 produktive Nutzer (26 %).
Ein Briefing pro Woche: Entscheidungsfragen, eingeordnete Zahlen und Fristen. Ihre Adresse geben wir nicht weiter.
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