Beweislast bei einer Person: Das Lagebild der KI-Verantwortlichen im Mittelstand
18 Min. Lesezeit
Jetzt lesen60 Prozent der modellierten Geschäftsführer berichten mindestens einen Piloten. Das liegt über dem Bitkom-Durchschnitt von 36 Prozent, weil dort Unternehmen ab 20 Beschäftigten zählen. Im Segment 250 bis 2.000 Mitarbeiter liegt die Quote nach KfW Research 2026 und DMB/Salesforce 2026 deutlich höher. Produktiv im engere
| Merkmal | Ausprägung |
|---|---|
| Zielgruppe | Geschäftsführer (GF) mittelständischer Unternehmen im DACH-Raum |
| n | 50 (modelliert) |
| Unternehmensgröße | 250 bis 2.000 Mitarbeiter |
| Erhebungslogik | Redaktionell modellierte Verteilungen, kalibriert an publizierten Primärstudien |
| Stand | Juli 2026 |
Dieses Lagebild ist eine redaktionell modellierte Erhebung: Die
Verteilungen sind keine eigene Feldarbeit, sondern an publizierten
Primärstudien kalibrierte, typisierte Ergebnisbilder (Kalibrierungs-
Anhang und Quellen am Ende). Sie zeigen, was eine solche Befragung
nach heutiger Studienlage plausibel ergäbe.
Verbreitung ohne Wirkungsnachweis. 60 Prozent der modellierten Geschäftsführer berichten produktive KI-Anwendungen oder laufende Piloten. Einen klar messbaren Ergebnisbeitrag sehen nur 10 Prozent. Weitere 22 Prozent vermuten einen Nutzen, ohne ihn je gemessen zu haben. Die Lücke zwischen Aktivität und belegter Wirkung ist der zentrale Befund dieses Lagebilds.
Das Perspektiv-Gefälle ist messbar. Geschäftsführer sind optimistischer als ihre IT-Verantwortlichen: 22 Prozent erwarten eine Amortisation in unter zwölf Monaten, 28 Prozent rechnen binnen eines Jahres mit deutlichem, messbarem Fortschritt. Realstudien wie Deloitte 2026 und MIT NANDA 2025 stützen deutlich vorsichtigere Erwartungen.
Schatten-KI wird massiv unterschätzt. 60 Prozent der Geschäftsführer schätzen, dass höchstens ein Viertel ihrer Beschäftigten private KI-Konten für Arbeitsaufgaben nutzt. Der Work Trend Index 2024 misst unter Wissensarbeitern rund 75 Prozent Nutzung, davon 78 Prozent mit eigenen Werkzeugen. Die Führungsebene sieht nur einen Bruchteil der realen Nutzung.
Das Anbieter-Vertrauen ist beschädigt. 44 Prozent halten Anbieterversprechen für überwiegend überzogen, nur 8 Prozent für überwiegend verlässlich. Am meisten vertrauen Geschäftsführer der eigenen IT-Leitung (28 Prozent) und anderen Geschäftsführern im Netzwerk (26 Prozent). Anbieter landen mit 6 Prozent auf dem letzten Platz.
Haftung ist die Sorge Nummer eins. 62 Prozent nennen Haftung bei KI-Fehlern als große Sorge, 58 Prozent den Datenschutz. Zugleich fühlen sich nur 12 Prozent zu Haftungsfragen ausreichend informiert. 30 Prozent haben Vorhaben wegen des EU AI Act verzögert.
Investiert wird trotz Enttäuschung. 66 Prozent planen höhere KI-Ausgaben in den kommenden zwölf Monaten, obwohl 44 Prozent leicht oder deutlich enttäuscht sind und 26 Prozent bereits mindestens ein Projekt beendet haben. Die Investitionslogik folgt dem Wettbewerbsdruck, nicht der eigenen Messung.
KI ist Chefsache geworden, aber ohne Fundament. 32 Prozent der Geschäftsführer haben das Thema selbst angestoßen, mehr als jede andere Rolle. Zugleich fühlen sich 52 Prozent für KI-Entscheidungen eher schlecht oder schlecht informiert. Der häufigste Wissensweg bleibt die Wirtschaftspresse, nicht die eigene Datenlage.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Produktiv in mehreren Bereichen | 12 % |
| 2 | Produktiv in einem Bereich | 18 % |
| 3 | Pilot- oder Testphase | 30 % |
| 4 | Konkrete Planung, noch kein Start | 24 % |
| 5 | Derzeit kein Thema | 16 % |
60 Prozent der modellierten Geschäftsführer berichten mindestens einen Piloten. Das liegt über dem Bitkom-Durchschnitt von 36 Prozent, weil dort Unternehmen ab 20 Beschäftigten zählen. Im Segment 250 bis 2.000 Mitarbeiter liegt die Quote nach KfW Research 2026 und DMB/Salesforce 2026 deutlich höher. Produktiv im engeren Sinn arbeiten nur 30 Prozent.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Ich selbst als Geschäftsführer | 32 % |
| 2 | IT-Leitung oder CIO | 22 % |
| 3 | Fachbereiche | 14 % |
| 4 | Externe Impulse (Verband, Medien, Wettbewerbsbeobachtung) | 14 % |
| 5 | Beirat oder Gesellschafter | 10 % |
| 6 | Kunden | 8 % |
Der häufigste Anstoß kommt aus der Geschäftsführung selbst. Das passt zur KPMG-Befragung 2025, nach der 91 Prozent der Entscheider KI als geschäftskritisch einstufen. Auffällig ist der geringe Anteil der Kunden als Auslöser. KI wird bisher als interne Effizienzfrage behandelt, nicht als Marktanforderung.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Effizienz- und Kostendruck | 56 % |
| 2 | Sichtbare KI-Aktivität von Wettbewerbern | 42 % |
| 3 | Fachkräftemangel abfedern | 38 % |
| 4 | Eigene Überzeugung | 34 % |
| 5 | Anforderungen von Kunden | 24 % |
| 6 | Berichte in Medien und Verbänden | 22 % |
| 7 | Druck aus Beirat oder Gesellschafterkreis | 18 % |
Effizienz dominiert als Motiv, wie auch im KI-Index Mittelstand 2026 (54,4 Prozent Effizienzsteigerung als häufigster Grund). Bemerkenswert ist der zweite Platz: Fast jeder zweite Geschäftsführer reagiert auf sichtbare Aktivität der Konkurrenz. Ein erheblicher Teil der Investitionslogik ist damit reaktiv.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Unter 50.000 Euro | 18 % |
| 2 | 50.000 bis 150.000 Euro | 24 % |
| 3 | 150.000 bis 500.000 Euro | 20 % |
| 4 | Über 500.000 Euro | 8 % |
| 5 | Kein festes KI-Budget | 30 % |
Fast jedes dritte Haus arbeitet ohne festes KI-Budget, obwohl 60 Prozent bereits Vorhaben laufen haben. Das deckt sich mit Deloitte 2026: Fast drei Viertel der deutschen Unternehmen geben höchstens 20 Prozent ihres Technologiebudgets für KI aus. Budgetdisziplin und Aktivitätsniveau fallen auseinander.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Digital- oder Innovationsbudget | 24 % |
| 2 | IT-Budget | 20 % |
| 3 | Sonderbudget der Geschäftsführung | 14 % |
| 4 | Budgets der Fachbereiche | 8 % |
| 5 | Fördermittel als relevanter Anteil | 4 % |
| 6 | Kein festes KI-Budget vorhanden | 30 % |
Wo ein Budget existiert, liegt es meist in Digital- oder IT-Töpfen. Ein eigenes Sonderbudget der Geschäftsführung bleibt die Ausnahme. Das spiegelt den Deloitte-Befund 2026, dass nur 2 Prozent der deutschen Unternehmen die KI-Verantwortung auf CEO-Ebene verankern. Die Finanzierung folgt der organisatorischen Zuordnung.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Deutlich höher | 24 % |
| 2 | Etwas höher | 42 % |
| 3 | Gleichbleibend | 22 % |
| 4 | Niedriger | 4 % |
| 5 | Noch offen | 8 % |
66 Prozent planen steigende Ausgaben. KPMG 2025 misst in einer KI-affineren Stichprobe 82 Prozent Steigerungsabsicht, Bitkom 2025 im breiten Schnitt 29 Prozent. Der modellierte Wert liegt dazwischen, passend zum Segment. Kürzungen bleiben mit 4 Prozent selten, auch bei enttäuschten Häusern.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Deutliche Zeitersparnis | 72 % |
| 2 | Kostensenkung | 58 % |
| 3 | Einfache Einführung ohne großen internen Aufwand | 48 % |
| 4 | Amortisation innerhalb eines Jahres | 44 % |
| 5 | Vorsprung vor dem Wettbewerb | 40 % |
| 6 | Entlastung beim Fachkräftemangel | 30 % |
Zeitersparnis ist das Standardversprechen der Anbieter- und Beraterseite. Fast jeder zweite Geschäftsführer hat eine Amortisationszusage binnen eines Jahres gehört. Gemessen an der Studienlage zur tatsächlichen Wirkung (MIT NANDA 2025) ist diese Zusage in den meisten Fällen nicht haltbar.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Im Wesentlichen alles | 4 % |
| 2 | Der größere Teil | 12 % |
| 3 | Der kleinere Teil | 26 % |
| 4 | Kaum etwas | 16 % |
| 5 | Kein Vorhaben weit genug für eine Bewertung | 42 % |
Nur 16 Prozent sehen das Versprochene ganz oder überwiegend eingelöst. Bei 42 Prozent ist noch kein Vorhaben bewertbar, was die Aussagen der übrigen umso wichtiger macht. Die Verteilung folgt dem MIT-NANDA-Befund 2025, wonach 95 Prozent der Organisationen keinen messbaren Gewinnbeitrag aus generativer KI erzielen.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Ja, klar messbar | 10 % |
| 2 | Vermutlich ja, aber nicht sauber gemessen | 22 % |
| 3 | Nein, bisher nicht | 28 % |
| 4 | Wir haben noch kein Vorhaben gestartet | 40 % |
Bezogen auf die Häuser mit gestarteten Vorhaben sehen rund 17 Prozent einen klar messbaren Beitrag. Das liegt im Korridor von McKinsey 2025: 39 Prozent berichten irgendeine EBIT-Wirkung, meist unter 5 Prozent des EBIT. Typisch für die GF-Perspektive ist die zweite Zeile. Mehr als jeder fünfte glaubt an einen Nutzen, den niemand gemessen hat.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Erwartungen übertroffen | 4 % |
| 2 | Erwartungen erfüllt | 10 % |
| 3 | Leichte Enttäuschung | 24 % |
| 4 | Deutliche Enttäuschung | 20 % |
| 5 | Zu früh für ein Urteil oder keine Vorhaben | 42 % |
Unter den Geschäftsführern mit bewertbaren Vorhaben überwiegt die Enttäuschung deutlich. Nur 14 Prozent aller Befragten sehen die Erwartungen erfüllt oder übertroffen. Das ist die direkte Folge der Versprechen aus Frage 7. Wer eine Amortisation binnen eines Jahres erwartet hat, wird an der Studienlage gemessen fast zwangsläufig enttäuscht.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Ja, mindestens ein Projekt beendet | 26 % |
| 2 | Nein | 34 % |
| 3 | Noch keine Projekte gestartet | 40 % |
Bezogen auf die Häuser mit gestarteten Projekten liegt die Abbruchquote bei rund 43 Prozent. Das passt zu Gartner 2024 (mindestens 30 Prozent Abbruch nach Proof of Concept) und S&P Global 2025 (42 Prozent der Unternehmen haben die Mehrheit ihrer KI-Initiativen aufgegeben). Ein Abbruch ist damit statistisch der Normalfall, kein Betriebsunfall.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Unter zwölf Monaten | 22 % |
| 2 | Zwölf bis 24 Monate | 30 % |
| 3 | Zwei bis drei Jahre | 14 % |
| 4 | Länger als drei Jahre | 6 % |
| 5 | Keine Erwartung formuliert oder keine Investition | 28 % |
Mehr als jeder fünfte Geschäftsführer erwartet eine Amortisation in unter einem Jahr. Deloitte 2026 misst real: 27 Prozent der deutschen Betriebe amortisieren typische KI-Ausgaben in ein bis zwei Jahren, schneller kaum jemand. Hier zeigt sich das dokumentierte Perspektiv-Gefälle. Die Geschäftsführung rechnet kürzer, als die Empirie hergibt.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Eigene IT-Leitung | 28 % |
| 2 | Andere Geschäftsführer im eigenen Netzwerk | 26 % |
| 3 | Externe Berater | 16 % |
| 4 | Niemandem in vollem Umfang | 14 % |
| 5 | Verband oder Kammer | 10 % |
| 6 | Anbieter | 6 % |
Vertrauen ist Nähe: eigene IT und das persönliche Unternehmernetzwerk führen. Anbieter stehen am Ende der Skala, was Frage 14 erklärt. Beachtlich sind die 14 Prozent, die niemandem in vollem Umfang vertrauen. Für ein Thema mit Haftungsrelevanz ist das eine unbequeme Ausgangslage.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Überwiegend verlässlich | 8 % |
| 2 | Teils verlässlich, teils überzogen | 40 % |
| 3 | Überwiegend überzogen | 44 % |
| 4 | Kann ich nicht beurteilen | 8 % |
44 Prozent halten Anbieterversprechen für überwiegend überzogen. Das ist konsistent mit den Fragen 7 und 8: Wo Zeitersparnis und schnelle Amortisation zugesagt wurden, kam messbar wenig an. MIT NANDA 2025 dokumentiert dieselbe Ernüchterung auf Nutzerseite gegenüber Anbieterwerkzeugen.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Haftung bei KI-Fehlern | 62 % |
| 2 | Datenschutz | 58 % |
| 3 | Fehler gegenüber Kunden und Reputationsschäden | 46 % |
| 4 | Pflichten aus dem EU AI Act | 44 % |
| 5 | Abhängigkeit von einzelnen Anbietern | 38 % |
| 6 | Laufende Kosten | 30 % |
| 7 | Ablehnung in der Belegschaft | 26 % |
Haftung führt die Sorgenliste an, noch vor dem Datenschutz. Die Lünendonk-Studie 2024 misst passend dazu bei 71 Prozent der Unternehmen rechtliche Bedenken wegen fehlerhafter KI-Ergebnisse. Auffällig: Die laufenden Kosten rangieren weit hinten. Geld ist nicht die Bremse, Rechtsunsicherheit schon.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Ja, ausreichend | 12 % |
| 2 | Teilweise | 42 % |
| 3 | Nein | 40 % |
| 4 | Damit noch nicht befasst | 6 % |
Die größte Sorge trifft auf den geringsten Wissensstand. Nur 12 Prozent fühlen sich zu Haftungsfragen ausreichend informiert, obwohl 62 Prozent genau davor am meisten Sorge haben. Diese Schere erklärt einen Teil der Verzögerungen aus Frage 17. Wer sein Risiko nicht einschätzen kann, wartet ab.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Ja, Vorhaben verzögert | 30 % |
| 2 | Ja, Anwendungsfälle angepasst | 16 % |
| 3 | Bisher kein Einfluss | 36 % |
| 4 | Noch nicht geprüft | 18 % |
Fast jeder zweite Geschäftsführer hat wegen der Verordnung verzögert oder angepasst. Lünendonk 2024 misst mit 31 Prozent zurückgestellten Aktivitäten einen fast identischen Verzögerungswert. Die 18 Prozent ohne Prüfung sind das eigentliche Risiko: Betreiberpflichten gelten unabhängig davon, ob man sie kennt.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Überwiegend offen | 34 % |
| 2 | Gemischt | 40 % |
| 3 | Überwiegend skeptisch | 20 % |
| 4 | Kann ich nicht einschätzen | 6 % |
Die Geschäftsführung nimmt die Belegschaft mehrheitlich als offen bis gemischt wahr. Der Work Trend Index 2024 legt nahe, dass die reale Nutzung der Beschäftigten weit über dem liegt, was Führungskräfte vermuten. Die wahrgenommene Skepsis dürfte teils Schweigen sein: Beschäftigte verbergen ihre Nutzung eher, als sie abzulehnen.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Ja, Vereinbarung geschlossen | 16 % |
| 2 | Gespräche laufen | 26 % |
| 3 | Noch keine Gespräche | 46 % |
| 4 | Kein Betriebsrat vorhanden | 12 % |
In fast der Hälfte der Häuser mit Betriebsrat hat das Gespräch noch nicht begonnen. Das ist riskant, weil KI-Systeme mit Verhaltens- oder Leistungsbezug mitbestimmungspflichtig sein können. Wer erst bei der Einführung mit dem Gremium spricht, verliert Zeit im Projekt statt davor.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Zentraler Treiber | 28 % |
| 2 | Ein Faktor unter mehreren | 44 % |
| 3 | Kaum relevant | 22 % |
| 4 | KI verschärft unser Personalthema eher | 6 % |
Für fast drei Viertel gehört der Fachkräftemangel zur Begründung der KI-Investitionen. Das deckt sich mit der Erwartung aus Frage 7, wo 30 Prozent eine Entlastung versprochen bekamen. Eine Minderheit macht die Gegenerfahrung: KI-Projekte binden knappe Spezialisten, statt sie zu ersetzen.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Weniger als jeder zehnte Beschäftigte | 26 % |
| 2 | Etwa jeder Zehnte bis jeder Vierte | 34 % |
| 3 | Etwa jeder Vierte bis jeder Zweite | 24 % |
| 4 | Mehr als die Hälfte | 10 % |
| 5 | Kann ich nicht schätzen | 6 % |
60 Prozent der Geschäftsführer schätzen die private Nutzung auf höchstens ein Viertel der Belegschaft. Der Work Trend Index 2024 misst dagegen 75 Prozent Nutzung unter Wissensarbeitern, 78 Prozent davon mit eigenen Werkzeugen. Die Diskrepanz ist der deutlichste Einzelbefund dieses Lagebilds. Die Führungsebene unterschätzt die Schatten-KI im eigenen Haus um ein Mehrfaches.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Ja, schriftliche Regelung | 24 % |
| 2 | Informelle Absprache | 26 % |
| 3 | Keine Regelung | 44 % |
| 4 | Weiß ich nicht | 6 % |
Nur ein Viertel der Häuser hat die private Nutzung schriftlich geregelt. Kombiniert mit der Unterschätzung aus Frage 21 entsteht eine offene Flanke: hohe reale Nutzung, kaum Regeln, kein Überblick. Datenschutzvorfälle entstehen in dieser Lücke, nicht in den offiziellen Projekten.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Täglich | 18 % |
| 2 | Mehrmals pro Woche | 24 % |
| 3 | Gelegentlich | 32 % |
| 4 | Selten | 16 % |
| 5 | Nie | 10 % |
Drei Viertel der Geschäftsführer nutzen KI zumindest gelegentlich selbst. Das liegt nahe an der Bevölkerungsquote von 67 Prozent aus der Bitkom-Studie 2025. Regelmäßige Nutzer sind mit 42 Prozent aber die Minderheit. Das eigene Erfahrungswissen bleibt bei vielen anekdotisch.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Texte und E-Mails | 54 % |
| 2 | Recherche und Zusammenfassungen | 48 % |
| 3 | Übersetzungen | 30 % |
| 4 | Vorbereitung von Entscheidungen | 22 % |
| 5 | Keine persönliche Nutzung | 26 % |
Die persönliche Nutzung bleibt bei Text und Recherche, also bei Aufgaben mit geringem Risiko. Nur gut jeder fünfte nutzt KI zur Entscheidungsvorbereitung, dem eigentlichen Kern der GF-Rolle. Die 26 Prozent ohne persönliche Nutzung decken sich mit den Kategorien selten und nie aus Frage 23.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Ja, gut informiert | 18 % |
| 2 | Eher ja | 30 % |
| 3 | Eher nein | 38 % |
| 4 | Nein | 14 % |
52 Prozent fühlen sich eher schlecht oder schlecht informiert. Die Sopra-Steria-Befragung mit dem F.A.Z.-Institut (2024) passt dazu: Zwei Drittel der Führungskräfte erwarten, dass Entscheider ohne KI-Verständnis mittelfristig aus der Leitungsebene verdrängt werden. Die Kompetenzlücke ist der Führungsebene also bewusst.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Wirtschafts- und Fachmedien | 58 % |
| 2 | Austausch mit anderen Unternehmern | 52 % |
| 3 | Eigene IT | 44 % |
| 4 | Eigene Nutzung | 40 % |
| 5 | Verbände und Kammern | 36 % |
| 6 | Externe Berater | 30 % |
| 7 | Soziale Netzwerke | 28 % |
Presse und Unternehmernetzwerk sind die wichtigsten Quellen, nicht die eigene Organisation. Das erklärt die Anfälligkeit für Erwartungszyklen: Wer sein Bild aus Schlagzeilen bezieht, überträgt fremde Erfolgsmeldungen auf das eigene Haus. Die eigene Datenlage spielt als Wissensquelle kaum eine Rolle.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Überwiegend kaufen (Standardlösungen) | 46 % |
| 2 | Mischmodell aus Kauf und Eigenentwicklung | 32 % |
| 3 | Überwiegend selbst entwickeln | 8 % |
| 4 | Noch keine Linie | 14 % |
Der Mittelstand kauft. Eigenentwicklung bleibt mit 8 Prozent die Ausnahme, was bei knappen Entwicklerkapazitäten rational ist. Die Kaufneigung kollidiert allerdings mit dem geringen Anbieter-Vertrauen aus Frage 14. Man kauft bei Partnern, deren Versprechen man für überzogen hält.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Deutlicher Druck | 16 % |
| 2 | Gelegentliche Nachfragen | 42 % |
| 3 | Dort kein Thema | 34 % |
| 4 | Kein Beirat und keine externen Gesellschafter | 8 % |
In den meisten Häusern fragt der Gesellschafterkreis nach, ohne zu drängen. Deutlicher Druck bleibt mit 16 Prozent die Ausnahme, ist aber dort ein realer Investitionstreiber (Frage 3). Wo Beiräte KI auf die Agenda setzen, verschiebt sich die Begründungslast: Der Geschäftsführer muss erklären, warum nichts passiert.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Deutlicher Fortschritt mit messbarem Nutzen | 28 % |
| 2 | Langsamer Fortschritt | 44 % |
| 3 | Stillstand | 16 % |
| 4 | Rückbau einzelner Vorhaben | 6 % |
| 5 | Keine Einschätzung | 6 % |
28 Prozent erwarten binnen eines Jahres deutlichen, messbaren Nutzen. Heute erreichen ihn 10 Prozent (Frage 9). Diese Erwartung liegt damit fast beim Dreifachen des aktuellen Werts. Genau dieses Muster beschreibt die Studienlage als GF-Optimismus, der in IT-nahen Rollen deutlich schwächer ausfällt.
| Nr. | Antwortoption | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Verwaltungs- und Büroprozesse | 56 % |
| 2 | Wissensmanagement und Dokumente | 44 % |
| 3 | Vertrieb und Angebotserstellung | 42 % |
| 4 | Schulung der Belegschaft | 40 % |
| 5 | Kundenservice | 38 % |
| 6 | Produktion und Qualität | 30 % |
| 7 | Externe Begleitung | 24 % |
| 8 | Keine neuen Investitionen geplant | 12 % |
Investiert wird zuerst dort, wo Textarbeit anfällt: Verwaltung, Dokumente, Vertrieb. Die Schulung der Belegschaft steht mit 40 Prozent weit oben, passend zum Deloitte-Befund 2025, dass 46 Prozent der deutschen Unternehmen Weiterbildungsprogramme planen. Produktion und Qualität folgen erst danach, obwohl dort die größten Hebel des industriellen Mittelstands liegen.
| Kernwert dieses Lagebilds | Stützende Realstudie |
|---|---|
| 60 % nutzen oder erproben KI (Frage 1) | Bitkom (2025): 36 % ab 20 Beschäftigten; KfW Research (2026): 36 % ab 50 Beschäftigten; DMB/Salesforce (2026): 51,2 % nutzen oder testen. Das Segment 250 bis 2.000 Mitarbeiter liegt in allen drei Quellen über dem Durchschnitt. |
| 10 % klar messbarer Ergebnisbeitrag, 22 % ungeprüfte Vermutung (Frage 9) | MIT NANDA (2025): 95 % ohne messbaren Gewinnbeitrag; McKinsey (2025): 39 % berichten EBIT-Wirkung, meist unter 5 % des EBIT. |
| 43 % Abbruchquote unter Häusern mit Projekten (Frage 11) | Gartner (2024): mindestens 30 % Abbruch nach Proof of Concept; S&P Global Market Intelligence (2025): 42 % gaben die Mehrheit ihrer Initiativen auf. |
| GF-Schätzung der Schatten-KI weit unter Realwert (Frage 21) | Microsoft/LinkedIn Work Trend Index (2024): 75 % der Wissensarbeiter nutzen generative KI, 78 % davon mit eigenen Werkzeugen, 52 % verbergen die Nutzung. |
| 66 % planen höhere Ausgaben (Frage 6) | KPMG (2025): 82 % planen höhere Investitionen; Bitkom (2025): 29 % im breiten Unternehmensschnitt. Modellierter Wert dazwischen. |
| 22 % erwarten Amortisation unter zwölf Monaten (Frage 12) | Deloitte (2026): real amortisieren 27 % in ein bis zwei Jahren; kürzere Zeiträume sind empirisch selten. Überschuss als dokumentierter GF-Optimismus modelliert. |
| 62 % Haftungssorge, 12 % informiert (Fragen 15, 16) | Lünendonk (2024): 71 % rechtliche Bedenken wegen fehlerhafter KI-Ergebnisse. |
| 30 % Verzögerung durch EU AI Act (Frage 17) | Lünendonk (2024): 31 % stellen Aktivitäten bis zur Konkretisierung zurück. |
| 52 % fühlen sich unzureichend informiert (Frage 25) | Sopra Steria/F.A.Z.-Institut (2024): zwei Drittel erwarten Verdrängung von Entscheidern ohne KI-Verständnis; Deloitte (2026): nur 2 % verankern KI auf CEO-Ebene. |
| Perspektiv-Gefälle GF vs. IT (Fragen 9, 12, 29) | Microsoft/LinkedIn (2024): Führungskräfte über- und unterschätzen Nutzung und Nutzen systematisch anders als Beschäftigte; Deloitte (2026) und MIT NANDA (2025) stützen vorsichtigere IT-Einschätzungen. |
Konsistenzregeln dieses Lagebilds: Alle Anteile sind Vielfache von 2 Prozent (n=50). Die 40 % ohne gestartete Vorhaben sind über die Fragen 9, 11 und näherungsweise 8, 10 und 12 konsistent gehalten. Die 26 % ohne persönliche Nutzung (Frage 24) entsprechen den Kategorien selten und nie aus Frage 23. Die 30 % ohne festes Budget sind in den Fragen 4 und 5 identisch.
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