Quellenstandard
Grundsatz
Eine Behauptung ist so gut wie ihr Beleg. Wir schreiben deshalb zu jeder
Zahl, woher sie kommt, was genau erhoben wurde und was daraus nicht folgt.
Rangfolge der Quellen
Erste Wahl sind Primärquellen: der Gesetzestext im
Amtsblatt, die Studie selbst mit Methodenteil, der Geschäftsbericht, die
amtliche Statistik. Bei Rechtsfragen ist die Fundstelle im Amtsblatt der
Europäischen Union oder im Bundesgesetzblatt maßgeblich, nicht die
Zusammenfassung einer Kanzlei und nicht eine Übersichtsseite.
Zweite Wahl sind Sekundärquellen mit Methodenangabe. Sie
werden als solche gekennzeichnet.
Keine Quelle sind: Zahlen ohne benennbaren Ursprung,
Angaben aus Anbietermaterial ohne Erhebungsbeschreibung, und Werte, die in
einer Kette von Zusammenfassungen ihre Herkunft verloren haben.
Verlinkung
Jede Quelle, die online verfügbar ist, wird verlinkt. Ein Beleg, den Sie
nicht aufrufen können, ist kein Beleg, sondern eine Behauptung mit
Fußnotenoptik. Bei Gesetzen verlinken wir die Fundstelle mit
Verordnungsnummer, damit Sie den Stand selbst prüfen können.
Was wir an einer Studie prüfen
Bevor eine Zahl in einen Beitrag darf, klären wir sechs Punkte: Wer hat
erhoben, und mit welchem Interesse? Wie groß war die Stichprobe, und wie wurde
sie gezogen? Was genau wurde gefragt? Auf welche Grundgesamtheit bezieht sich
das Ergebnis? Wann wurde erhoben? Und was steht im Bericht selbst als
Einschränkung?
Fällt eine dieser Antworten aus, wird die Zahl entweder mit dieser
Einschränkung wiedergegeben oder gar nicht.
Was eine Zahl nicht hergibt
Der häufigste Fehler im Feld ist nicht die erfundene Zahl, sondern die
ausgeweitete. Eine Erhebung unter Großunternehmen sagt nichts über den
Mittelstand. Eine Erhebung zu einem Anwendungsfeld sagt nichts über alle.
Eine Aussage über fehlende Ergebniswirkung ist keine Aussage über gescheiterte
Projekte. Wir schreiben deshalb regelmäßig dazu, was aus einer Zahl
nicht folgt.
Eigene Zahlen
Wo wir selbst rechnen, legen wir den Rechenweg offen: Eingangsgrößen,
Zwischenergebnisse, Ergebnis, und die Punkte, an denen das Ergebnis kippt. Wo
wir modellieren, steht das an der Zahl. Eine eigene Befragung führen wir
derzeit nicht durch; sobald das der Fall ist, veröffentlichen wir Fragebogen,
Feldzeitraum und Stichprobenbeschreibung.
Wenn ein Beleg nicht hält
Stellt sich eine Quellenangabe als falsch heraus, korrigieren wir sie
sichtbar und vermerken das in den Korrekturen. Auch
dann, wenn der Fehler nur uns aufgefallen ist.